Meeresschildkröten sind die einzigen Reptilien in der Adria. Genau wie die Landschildkröten gehören zur alten Gattung Chelonia. Alle Meereschildkröten legen ihre Eier auf Sandstränden. 150 bis 200 Eier werden in in den Sand gegrabene Löcher gelegt. Da Sandstrände auch beim Menschen sehr beliebt sind, hatten die Störungen der Schildkröten während der Eiablage und die Zerstörung der Eier wie der Brut katastrophale Auswirkungen auf den Bestand an Meeresschildkröten auf der ganzen Welt. Schildkröten verfangen sich auch oft in Fischernetzen. Da Schildkröten Luftatmer sind, müssen sie in regelmäßigen Abständen auftauchen, um ihre Lungen mit frischer Luft zu füllen. Obwohl sie unter normalen Bedingungen lange unter Wasser bleiben können, ertrinken sie schnell durch Stress, wenn sie in einem Fischernetz gefangen sind. Schildkröten sind auch durch Motorboote, kommerzielle Jagd wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihrer Panzer sowie durch Meeresverschmutzung gefährdet. Durch den starken negativen menschlichen Einfluss ist die Populationsdichte der Meeresschildkröten so stark gesunken, dass sie durch kroatische Verordnungen und internationale Abkommen streng geschützt sind (Umweltschutzrichtlinie NN 30/94, Richtlinien zum Schutz bestimmter Reptilien NN 47/95).
Drei Arten von Meeresschildkröten kommen in der Adria vor, wenn auch in winziger Anzahl.

Die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea)

Die Lederschildkröte lebt normalerweise in tropischen und subtropischen Ozeanen und ist in der Adria und dem Mittelmeer extrem selten. Sie erreicht eine Länge von 2 m (2,7 m) und wiegt bis zu 350 kg (900 kg). Was sie von anderen Schildkröten unterscheidet ist ihr ledriger Panzer mit Knochenmosaik im Gegensatz zu den harten kompakten Panzern anderer Arten. Der Körper ist dunkelbraun mit hellen Flecken. Sie ernährt sich hauptsächlich von Salpen und Quallen, aber auch von anderen Meerestieren und Pflanzen. Gemäß dem Regelwerk für Ausgleichsstrafen bei unerlaubter Schädigung von geschützten Tieren (NN 84/96) beträgt die Strafe für das Töten einer Dermochelys coricea 40'000 Kuna.

Die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta)

Auch die Unechte Karettschildkröte lebt vor allem in tropischen und subtropischen Meeren. Sie ernährt sich von Stachelhäutern, Schwämmen, Weich- und Schalentieren und wird bis zu einem Meter lang. Die Körperfarbe variiert zwischen braun und rot-braun. Die adriatische Population ist ein Teil der in Griechenland brütenden Population. Es wird angenommen, dass sie in Einzelfällen zur Eiablage Sandstrände einiger Süd-Dalmatinischer Inseln aufsuchen. Man schätzt, das jährlich ca. 2500 unechte Karettschildkröten gewerblich gefangen werden. Wenn man davon ausgeht, dass die Gesamtpopulation im Mittelmeer auf 5000 erwachsene Tiere geschätzt wird, ist klar, wie katastrophal die Auswirkungen für die Art sind. Gemäß dem Regelwerk für Ausgleichsstrafen bei unerlaubter Schädigung von geschützten Tieren (NN 84/96) beträgt die Strafe für das Töten einer Caretta caretta 35'000 Kuna.

Die Suppenschildkröte (Chelonia mydas)

Die Suppenschildkröte (oder auch grüne Meeresschildkröte) lebt in tropischen und subtropischen Meeren und ist in der Adria und dem Mittelmeer extrem selten. Sie frisst fast ausschließlich Seegras und Tang, während die Jungtiere sich von Wirbellosen ernähren. Die Suppenschildkröte wird bis zu eineinhalb Meter lang. Ihre Farbe variiert zwischen grau-braun und oliv-braun, daher der Zweitname. Genau wie die Unechte Karettschildkröte wird die Suppenschildkröte oft gewildert. Gemäß dem Regelwerk für Ausgleichsstrafen bei unerlaubter Schädigung von geschützten Tieren (NN 84/96) beträgt die Strafe für das Töten einer Chelonia mydas 40'000 Kuna.