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Begonnen hat das ganze als wir unseren Freunden Hrvoje und Mozor lästige Fragen über die Roten Gorgonien stellten, die hier an etlichen Plätzen ihre ganze Schönheit entfalten. Es stellte sich nämlich heraus, dass über diese Fächerkorallen nur wenige wissenschaftliche Arbeiten existieren. Der Grund ist einfach, während das gut untersuchte Seegras (Posidonia) in bequemen Tauchtiefen bis zu 10m wächst ziehen sich die Schatten-liebenden (sciaphilic) Gorgonien üblicherweise auf Tiefen ab 35m zurück. Es bedarf erfahrener und engagierter Tauchteams um unter solchen Bedingungen brauchbare Ergebnisse zu sammeln. Im Oktober 2007 wurde unter der Koordination der Umweltorganisation „Argonauta“und der Meeresforschungs-organisation „20.000 Leagues“ ein Projekt gestartet, das sich zum Ziel gesetzt hat vier ausgewählte Plätze im Nationalpark Kornaten genauer zu untersuchen. Dabei sollen die präzise Lage der Plätze, Tiefe, Dichte des Bewuchses, Größe und Ausrichtung der Korallen dokumentiert werden. 3-dimensionale Karten dieser Standorte sollen im GIS veröffentlicht werden.  Weitere Partner in diesem Projekt sind die NGOs BIUS“ und " Oceanus". Finanzielle Unterstützung hat die Niederländische und die Finnische Botschaft in Kroatien zugesagt. Unsere Tauchbasis NAJADA stellt Boote und Tauchausrüstungen zur Verfügung.  Bereits unser erster Ausflug im Oktober vergangenen Jahres hat uns gezeigt, dass dieses Projekt einige Herausforderungen enthält. Untersucht wurden die Gorgonien in Purara - einer absolut geschützten Insel im Nationalpark. Die Ergebnisse sollen als Standard für den Zustand der Korallen dienen, da dort praktisch alles verboten ist (wir haben eine Ausnahmegenehmigung für ein Jahr) und diese ungestörte Lebensbedingungen vorfinden. Paramuricea clavata wächst dort exakt ab 40m. Will man nicht endlose Dekozeiten in Kauf nehmen, muss man sehr rasch zählen um eine sinnvolle Anzahl von Ergebnissen an die Oberfläche zu bringen. Viele Fragen sind offen: Wie schnell wachsen die Gorgonien? Nach den Lehrbüchern sollten sie als lichtscheue Gesellen im Mittelmeer nur auf Steilwänden und in Überhängen ab einer Tiefe von 35m vorkommen. Unsere Taucher wissen aber, dass sie auf beiden Babuljasis praktisch am ebenen Boden wachsen und bis auf 25 m heraufkommen, warum? In einigen Publikationen wird behauptet, dass sie Strömung brauchen, an keinem der Plätze um Murter und in den Kornaten herrscht jedoch eine nennenswerte Strömung? Dieses Projekt wird sicher nicht alle Fragen beantworten. Es soll jedoch die Grundlage für weitere ausgedehnte Untersuchungen bilden. Am 20. April beginnt die nächste Runde, wir erwarten wieder eine Gruppe von Meeresbiologen und hoffen, dass diesmal der Wettergott gütiger gestimmt ist. Wir werden die Gelegenheit nützen und über die Möglichkeit diskutieren, wie die Beobachtungen unserer engagierten Gäste in die Studie einfließen könnten.
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